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Pilzkrankheiten:

1. Die Tintenkrankheit

2. Kastanienrindenkrebs

3. Sprühfleckenkrankheit (Blattfleckenkrankheit)  oder auch   einfach "Rost" oder ital. "ruggine" genannt.

 

1.  Die Tintenkrankheit (Phytophtora cambivora, Phytophtora cinnamoni)

Diese beiden schädlichen Pilze leben im Boden von organischen Stoffen. Die Infektion geschieht an feinen Wurzeln, über denen der Pilz ins Kambium großerer Wurzeln schließlich zum Stammgrund und Stamm weiterwandert.

Aus kranken Pflanzenteilen fließt bald ein schwarzer, dickflüssiger, tintenartiger Schleim. Die befallenen Bäume sterben bald ab.

Phytophtora ist auch bei bei den Apfelbäumen bekannt (Kragenfäule).

2.  Der Kastanienrindenkrebs  (Endothia parasitica)

Der Kastanienrindenkrebs ist Ende des vorigen Jahrhunderts aus Asien in den USA eingeschleppt worde und hat dort bis 1950 die heimischen Kastanienbäume (Castanea dentata) fast zum Aussterben gebracht. 1938 entdeckte man die Krankheit auch in Europa, wo sie sich schnell in Italen, Frankreich und der Südschweiz verbreitete und enorme Schäden anrichtete.

Der Erreger befällt mit Vorliebe jüngere aber verholzte Teile (Äste) des Baumes, wo eine Gewebewucherung (Krebs) beginnt. Bald springt die Rinde auf und es werden  rot-orange, 1,5 bis 2 mm große Fruchtkörper sichtbar. Der Astteil oberhalb der befallenen Stelle stirbt bald ab. Geschieht das im Sommer  dann bleiben die Blätter lange daran hängen. Daher kann man im Winter verhältnismäßig leicht die befallenen Stellen ausmachen und Wegschneiden.  Die Krankheit verbreitet sich mittels Sporen (Ascosporen, Konidien)  die von Wind übertragen werden.

Inzwischen wurden Inokkulationen eines gutmütigen Kastanienrindenkrebses gemacht, der die Krebsstelle wieder verheilen lassen soll und nicht mehr absterben muß. Die ersten Inokkulationen wurden vor 15 Jahren gemacht und es drängt sich der Eindruck auf, das diese Krankheit in unseren Kastanienheinen wieder rückläufig ist.


 

3. Sprühfleckenkrankheit (Blattfleckenkrankheit)

Diese Blattfleckenkrankheit bei der Kastanie ist häufig  zu finden, besonders in feuchten Jahren.
Da die Krankheit nicht große Auswirkungen auf Wachstum und Ertrag hat, ist sie zwar optisch ein Problem,  hat aber selten wirtschaftliche Schäden zur Folge. In eher wärmeren Gebieten kann diese Blattkrankheit jedoch bei gleichzeitigen Blattfall beträchliche wirtschaftliche Schäden verursachen, hängt aber besonders vom Jahr ab.

Blätter und Baum sind von dieser Blattfleckenkrankheit befallen.

Biologie
Die asexuelle Form des Pilzes – Septoria castanicola Desm. – verursacht die Symtome am Blatt. Erst am abgefallenen Laub bildet sich dann die sexuelle Form – Mycospharella maculiformis – aus.
Die Infektionen können schon im Frühsommer beginnen und die Symptome treten oft auch erst im August auf.

Schadbild
Die  Flecken treten oft auch sehr zahlreich auf der Blattoberfläche auf.  Später verfärbt sich der Blattrand gelb und das Blatt wird braun und fällt vorzeitig ab.

Bekämpfung der Sprühfleckenkrankheit
Da diese Krankheit kaum wirtschaftliche Schäden verursacht, wird eine Bekämpfung kaum notwendig sein. Bei Jungpflanzen und bei einen stärkeren Auftreten kann eine Behandlung mit einen breitwirksamen Fungizid (zb. Kupferchlorid ) sich vom Vorteil sein. Auf Kastanien zeigt  Kaliphosphit  ebenfalle eine gute Wirkung.

Rost auf den Blättern, die dann meist frühzeitig abfallen.

Kastanienblätter mit Symptomen.