Unsere Lehrfahrten:
- Lehrfahrt in die Weststeiermark vom 10. bis 12. November 2009
- Besuch Kastanienweg in Völlan am 24. Oktober 2009
- Bericht und Bilder der Lehrfahrt nach Labers - Burgstall vom 13.09.08.
Zu 1.) Lehrfahrt in die Weststeiermark vom 10. bis 12. November 2009
Der Kastanienverein "Keschtnriggl" machte seine heurige Kastanienlehrfahrt in die Weststeiermark. Ziel dieser Fahrt war es, die Weststeiermark, auf der Schilcherweinstraße zu erkunden. Der "Schilcher" ist der dort angebaute Wein aus der Rebsorte Blauer Wildbacher gewonnen wird.

Blick von der Burg Deutschlandsberg auf die Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg.
Unser erster Besuch statteten wir der Landwirtschaftsschule "Erzherzog Johann" in Stainz ab.

Dort wurden wir vom Direktor Dipl. Ing. Johannes Schantl begrüßt. Schantl ist auch Obman des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Kastanienkultur "ARGE Zukunft Edelkastanie", der in der Steiermark tätig ist.
Ein Rundgang durch die Schule gab uns Einblick in die vielfältigen Lernziele dieser 3jährigen Landwirtschaftsschule.
 
Am Tisch links Direktor Johannes Schantl
Danach Weiterfahrt zum Wein- und Kastanienhof Klug.

Im Hintergund der Wein- und Kastanienhof Klug, mit roter Jacke rechts Bauer Klug.
 
Der Bauernhof befaßt sich seit 20 Jahren intensiv mit Kastanienbäumen und pflanzte versuchsweise bis heute 15 verschiedene Sorten. Inzwischen besitzt er über 200 Kastanienbäume auf 4 Kastanienhainen verteilt. Der Hof liegt auf 450 m u.d.M.
 
linkes Bild: Wie wir sehen konnten, wurde auch er nicht vom Rindenkrebs verschont. - Bild rechts: der "Kesterl" - Likör aus Kastanien, Kastanienhonig ...
Anschließend konnten wir noch seine Weinverarbeitunganlage besichtigen, wo er seinen Schilcher verarbeite, teils als "Schilcher-Sturm" und teils als vergorener Schilcher und Schilchersekt. Auch einen Kastanienlikör, "Kesterl" genannt, hatte er in seinem Hofladen im Angebot.
Am zweiten Tag besuchten wir den Kürbiskernölbauernhof Farmer-Rabensteiner in Bad Gams.
 
Im Hofraum Eingang zum Bauernladen
Dabei wurde uns von der Bäuerin persönlich erklärt, wie aus einen Kürbiskern das berühmte und gesunde Öl gewonnen wird.
Nachdem die Kürbisse maschinell auf dem Feld geerntet und von der Hülle befreit werden, kommen sie in den Trockner. Danach können sie dann nach Bedarf gepreßt werden.
 
gemahlene Kerne werden geröstet Ölpresse
Dabei werden die Kerne gemahlen, dann mit Wasser und Salz versetzt und bei ca. 80 Grad geröstet. Danach erfolgt der Pressvorgang in der hydraulischen Ölpresse.
Da in dieser Gegend fast jeder moderne Bauernhof einen Bauernladen besitzt, kann man gleich anschließend das Kürbiskernöl für zuhause kaufen. Ein Liter Kürbiskernöl kostet hier ca. 15 Euro.
 
Der Obmann beim Einkauf - neben dem Öl gibt es auch viele andere Dinge aus dem Kürbiskernen, Schnäpse, Liköre, Säfte, Honig, und vieles mehr.
Danach Mittagessen auf der Burg Deutschlandsberg.
Weiterfahrt über die südsteirische Weinstraße mit Besuch der Kastanienkulturen beim Landesgut Remschnigg.
 
Das Landesgut Remschnigg befaßt sich unteranderem mit den Kastanienanbau und pflanzt vornehmlich die einheimische Kastaniensorte "Ecker" des gleichnamigen Baumschulers.
Danach wurden wir zu einer kleinen Weinkost auf der Remschniggalm (700 m Meereshöhe) beim Buschenschank der Familie Tertinjek eingeladen, wo vergleichsweise ein Rotwein in einen Eichenholzfaß und einen Kastanienholzfaß ausgebaut, verkostet werden konnte.
 
Die Familie Tertinjek wohnt an der Grenze zu Slowenien und betreibt einen Buschenschank, Ferienwohnungen und einen Hofladen mit Fleischspezialitäten.
Am Abend machten wir noch einen Abstecher nach Graz, vor wir schon gleich beim Aussteigen einen Marronistand am Straßenrand bemerkten, den wir einen Besuch abstatteten.

In Graz gehört der Marronistand zum Stadtbild. Schon allein in der Altstadt zählten wir an die vier Stände an einem normalen Werktag. Der Preis der Kastanien beträgt 6 Euro für einen achtel Kilo. Die Saison fängt mit den ersten Kastanien Mitte September an und endet im April. Also statt Hamburger gibts in Graz Marroni!
Am letzten Tag besuchten wir noch den "Jagawirt", seines Zeichens feines Landgasthaus mit Sternen, Permakultur nach Holzer und Schweinezucht für seinen Fleischbedarf.
 
Eingang Wirtshaus Permakultur
 
Schweinzucht mit Wildschweine gekreuzt, der Wirt sagt "Waldschweine" und das im ganzen Jahr im Freien.
Besichtigung von Schloß Stainz
 
Danach konnten wir noch die barocke Schloßkirche von Schloß Stainz anschauen, die eindrucksvoll die einstige Macht der Augustiner Chorherren bildlich vor Augen führte. Um 1785 wurde das Stift verstaatlicht und es zerfiel bis es 1840 Erzherzog Johann von Österreich um 225.000 Gulden kaufte und heute noch im Besitze seines Nachkommens Graf von Meran ist.

Barocke Kirche von Schloß Stainz
Zuletzt wurde noch das Fernwärmewerk "Nachwärme Gleimstätten" besichtigt. Es liefert Fernwärme an die umliegenden Gebäude und verkauft gleichzeitig auch Hackschnitzel an private Abnehmer. Der Preis pro KWH Wärme beträgt dort ca. 6 Cent.
 
Hackschnitzeldepot Verbrennungsofen
Mit vielen neuen Eindrücken und Anregungen traten wir am Nachmittag die Heimreise an. Vielen Dank an den Obmann des Kastanienvereins Keschtnriggl, der die Fahrt organisiert hat und an Johannes Schantl, der uns in der Weststeiermark so manche Tür geöffnet hat. Vielen Dank.
Zu 2.) Bericht über Törggeleausflug nach Völlan am 24.10.09
Am Samstag, 24. Oktober 2009 veranstaltete der „Vinschgauer Kastanienverein“ seine jährliche, zu einer beliebten Tradition gewordene Lehrfahrt. Diesmal ging’s ins Zentrum des Südtiroler Kastanienanbaues, nach Völlan.
 
Dort besichtigten wir den neu errichteten Themenweg über die Kastanie, deren Verbreitung, Geschichte und Kultur in Südtirol. In neun Stationen werden verschiede Aspekte angesprochen und anschaulich dargestellt.

Start der Rundwanderung auf den Spuren der Kastanie!
Die Führung und Erklärung der Themenschwerpunkte übernahm der örtliche Föster Georg Salzburger, der uns viel Wissenswertes über die Kastanien sagen konnte.
Der Kastanienweg wurde auf Anregung des Bürgermeisters von Tisens und Völlan und zur Aufwertung der Kastanie in unserer Gesellschaft verwirklicht.
Mit der Themenbehandlung wurde das Forstinspektorat Meran mit Herrn Peter Klotz beauftragt, die auch die Realisierung dieses Themenweges leitete.
Finanziert wurde der Weg zum Großteil durch Fördergelder der EU.
 
• Botanische Bezeichnung der Kastanie und deren Zuordnung.

• Braten und Riggel
 
• Alter der Bäume. Sie können bis zu 400 Jahre erreichen.


• Keltisches Baumhoroskop und Hildegard von Bingen
 
• Das Kastanienholz ist sehr widerstandsfähig, ein Verleich mit anderen Hölzern.


• Veredelung der Kastanienbäume

• Krankheiten der Kastanie

• Verbreitung der Kastanie in Europa ausgehend aus Kleinasien

• Vielfältige Flora und Fauna in Kastanienhainen

Ende des Kastanienweges

Danach ging’s weiter zu einer zünftigen Törggelepartie auf demAnsitz Helmsdorf zwischen Völlan und Lana.
 
Schlachtplatte mit Kraut, dazu Eigenbauwein, Suser und Most und zur Nachspeise Kastanien und „Keschtnkrapfen“ gaben diesen Nachmittag einen schönen kulinarischen Abschluß.
 
Zu 3.) Bericht und Bilder der Lehrfahrt nach Labers - Burgstall vom 13.09.08.
Lehrausflug nach Labers – Burgstall des Vinschgauer Kastanienvereins.
Rund 50 interessierte Mitglieder des „Vinschgauer Kastanienvereins“ waren am Samstag, 13.09. 2008 zur Lehrfahrt nach Labers – Burgstall aufgebrochen. Am Vormittag stand der Kräuterhof der Laimburg, der Gachhof in Labers auf dem Programm. Sabine Schrott als Leiterin und Doris Trockner betreuen und arbeiten auf dem 1 ha großen Kräuterhof und nahmen sich Zeit, uns ihre Kräuter zu zeigen und deren Vorzüge und Wirkungen zu erklären. Beeindruckt von der Vielfalt dieser Kräuterwelten und deren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten als einfache Kräutertees wie auch im medizinischen Bereich, zeigten uns auf, wie viel Wissen und Weisheit nötig ist, um jede Pflanze zu kultivieren, zu ernten, zu trocknen und dann dem Menschen zur Linderung seiner Beschwerden und Wehwehchen zur Verfügung zu stellen. Zum Mittagessen ging es weiter zum Hecherhof.
 
Im Hintergrund der Kräuterhof Gachhof - Referentinnen: Sabine Schrott und Doris Trockner
 
Im Bild die Gartenanlage - Aufmerksam werden die Kräuter begutachtet.
 
Vor der Kräuterspirale

Danach spazierten wir weiter zum Oberhaidegger oberhalb Burgstall.
Dieser Hof wird von Laimer Johann bewirtschaftet und verfügt nun über ein ein Hektar großes neu angelegtes Kastanienhain. Wie wir alle sehen konnten, waren alle Kastanienbäume in einen ausgezeichneten Gesundheitszustand und voller Kastanienigel, die auf eine reichliche Ernte schließen lassen, obwohl das Kastanienhain erst vor einigen Jahren auf einen Steinerhaufen angelegt wurde. Gute Bewässerung, Kompost und viel Liebe und Pflege zu den „Keschntnbam“ wird wohl das Erfolgsrezept dieses Kastanienbauern sein. Weiter konnte er uns noch seine eigene Baumschule zeigen, wo ein reges Wachstum herrschte und auch hier seine Professionalität überall sichtbar wurde. Abrunden konnten wir diesen Lehrausflug beim Gespräch über die Kastanien bei einer kleinen Marende und beim Anblick dieser gesunden Kastanienbäume dachte wohl so mancher, dass einer rosigen Zukunft der Kastanie nichts im Wege stehen werde.
 
Inzwischen hat es begonnen zu regnen, doch der Kastanienhain zieht alle in ihren Bann.
 
 
Eine Pophyrhalde wird in einen vorbildlichen Kastanienhain verwandelt!
 
Baumschule im eigenen Betrieb!
 
Alle begutachten mit Begeisterung die jungen Kastanienbäumchen!
 
 
Gemütlich klang der Tag aus und nach einen kleinen Abschiedsgeschenk machten wir uns wieder auf dem Heimweg. |