Südtirol - Vinschgauer Kastanienverein
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Willkommen auf der Webseite "Kastanien.it" des

 "Vinschgauer Kastanienvereins"

Schlandersburgstraße 6, 39028 Schlanders, Tel. 0473/736120     Steuernummer: 91034510213

 und des

 Kastanienvereins "Keschtnriggl" Lana Tisens.

Bildungshaus Frankenberg Nr. 42,  39010 Tisens
Tel. 0473-562181   Fax 0473-562754

Informationsseite

______________________Inhalt____________________________

  1. Einladung Vollversammlung am 16.12.11 in Völlan
  2. Rundschreiben Herbst "Vinschger Kastanienverein"
  3. Einladung Lehrfahrt nach Gestione di Brentonico
  4. 4. Rundschreiben "Keschtnriggl"
  5. Bericht zur Vollversammlung des Vinschgauer Kastanienvereins
  6. 1. Rundschreiben  Februar 2011
  7. Vollversammlung Kastanienverein "Keschtnriggl" am 10.12.2010 in Frankenberg, Tisens um 19.30 Uhr.
  8. Bericht: Lehrfahrt in die Schweiz vom 9. bis 11. Nov. 2010
  9. Ausflug in die Valsugana im September 2010
  10. 3. Rundschreiben Herbst 2010
  11. Praktische Tipps beim Veredeln von Kastanienbäumen
  12. Veredeln im Spätsommer bringt Vorteile!

Bilder und Texte über die letzten Lehrfahrten können in dieser Internetseite auf "Rund um die Kastanie" und "Lehrfahrten" angeschaut und nachgelesen werden!
 

   zu 1.) Keschtnriggl - Burgrafenamt

EINLADUNG
zur  8. ordentlichen Vollversammlung

                           am Freitag 16.12.2011.um 19.30 Uhr
Im Bildungshaus Frankenberg /Tisens
Tagesordnung:

1. Begrüßung durch den Obmann Hanspeter Reiterer
2. Genehmigung des Protokolls der letzten Vollversammlung
3. Jahresrückblick 2011 und Vorschau auf die Tätigkeiten  2012
4. Bericht des Kassiers
5. Stellungnahme der Rechnungsrevisoren
6. PowerPoint  Präsentation des neuen Südtiroler Kastanien  Buches
     Von Herrn Christoph Gufler.
7. Bericht über die heurige Lehrfahrt in die Garfaniana, und Marradi
8. Allfälliges.

     Um unsere Mitglieder bei eventuellen Änderungen schneller,
und besser informieren zu können, bitten wir sie uns Ihre Telefonnummer,
oder E Mail Adresse zu übermitteln  unter:

Tel. 347 7374486  (Laimer Hans)
 E Mail: info@koesti.it

 

 

Der Obmann – Hanspeter Reiterer

zu 2.)

Rundschreiben 02/11


Lehrfahrt 2011
Am 22. Oktober 2011 veranstaltet der „Vinschgauer Kastanienverein“ seine traditionelle Lehrfahrt. Heuer geht es ins Trentino nach Castione di Brentonico bei Rovereto. Dort findet vom 21. bis 23. Oktober 2011 ein großes Kastanienfest statt, welches wir besuchen werden. Die Einladung liegt bei.


Ernte-Lagerung-Vermarktung
Durch den warmen April und Mai hat die Kastanienernte heuer früher begonnen
als andere Jahre.
Vor der Ernte sollte nochmals gemäht werden, um ein schnelles Aufsammeln zu
garantieren. Besonders heuer nach dem verregneten Monaten Juni und Juli ist es
besonders wichtig, die Kastanien nicht unnötig lange auf dem Boden liegen zu
lassen. Bei einem verregneten Sommer herrschen ideale Bedingungen für
“Ciboria batschiana“. Hierbei handelt es sich um einen Pilz, der im Boden
vorhanden ist. Bei günstigen Bedingungen vermehrt sich dieser besonders stark
und führt zu “derstickten“ Kastanien. Die Kastanien erleiden beim Herabfallen
kleine Verletzungen, diese Verletzungen sind besonders infektionsanfällig. Darum ist es besonders wichtig, alle ein bis zwei Tage zu ernten und die Kastanien in ein Wasserbad zu geben, damit dieser Pilzbefall zum größten Teil unterbunden werden kann. In manchen Teilen Italiens und Frankreichs werden Netze verwendet, um den Bodenkontakt zu verhindern, gleichzeitig wird dadurch die Ernte erheblich erleichtert.


Auch bei trockener Witterung sollte man schnell ernten, um ein Austrocknen zu
verhindern. Bei jedem Durchgang sollte immer alles aufgesammelt werden, denn
liegen gelassene Kastanien erhöhen den Pilzbefall, und ermöglichen den
Würmern, sich im Boden zu verpuppen.


Nach der Ernte, sollte man alle Kastanien für kurze Zeit in einen Behälter mit
Wasser geben. Der größte Teil der wurmigen und „derstickten“ Kastanien
schwimmt an die Oberfläche und kann somit leicht entfernt werden. Gleichzeitig
werden die Kastanien dadurch gewaschen, denn gerade bei nasser Witterung
sind diese manchmal stark verschmutzt. Je nach Bedarf kann man die Kastanien
aus dem Wasser entfernen, oder für die weitere Lagerung vorbereiten.


Die beste Lagerung ist natürlich der schnellstmögliche Verkauf. Weil das aber
nicht immer möglich ist, sollten die Kastanien richtig konserviert werden. In den
meisten Anbaugebieten Italiens wird der Großteil der Kastanien erst nach der
Konservierung verkauft, um einwandfreie gesunde Kastanien zu garantieren.
Als beste und einfachste Konservierungsmethode hat sich das kalte Wasserbad
erwiesen.


Die Kastanien soll man für ca. 4 bismaximal 7 Tage in kaltes Wasser geben.
Die Dauer des Wasserbades hängt von derTemperatur des Wassers ab, ideal wären 18 Grad. Durch das Wasserbad werden wasserlösliche Kohlenhydrate in den Kastanien reduziert und diese sind dadurch länger haltbar. Gleichzeitig
werden Larven von Würmern und Pilze abgetötet. Das Fruchtfleisch der Kastanien wird kompakter, das Gewicht bleibt erhalten, sie trocknen nicht mehr so schnell aus und lassen sich leichter schälen. Nach den 4 bis 7 Tagen im Wasser, sollte man die Kastanien 4 bis 5 Tage trocknen lassen. Anschließend können diese verkauft werden.


Beim Verkauf ist unbedingt auf beste Qualität zu achten. Wurmige und verletzte
müssen aussortiert werden, auch kleine Verletzungen können später beim
Kunden zu „derstickten“ Kastanien führen.
Die Kastanien müssen sauber sein, wenn nötig sollten sie gewaschen werden,
damit sie ihren natürlichen Glanz behalten.
Verschiedene Sorten sollten nicht miteinander vermischt werden.


Grundsätzlich sollte die Kastanien in drei
Kategorien sortiert werden:
1. Erste Größe
bis 60 Kastanien/kg
2. Mittler Größe
von 60 bis 80 Kastanien/kg
3. Kleine Größe
über 80 Kastanien/kg

Durch den vermehrten Gebrauch von Sortiermaschinen wird die Sichtkontrolle
auf wurmige und schlechte Kastanien etwas vernachlässigt. Jedoch werden die
Kastanien durch die Maschine gleichmäßig sortiert. Die Kastaniensortiermaschine kann bei der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft für ca. 1.500 Euro erworben werden.


Wie bereits 2008, gibt es auch heuer wieder einen gebietsweise starken
Rostbefall. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion. Die Infektion findet
während länger andauernden Regenfällen in den Monaten Juni und Juli statt. Bei
schwächerem Befall gibt es keine größeren Probleme. Bei sehr starkem Befall
fehlt jedoch die Blattmasse und die Kastanien können nicht mehr richtig
ausreifen.


Auch wurmige Kastanien können noch verwendet werden. Gibt man die
Kastanien in ein Wasserbad sterben die Würmer ab. Die Kastanien könnte man
für eine weitere Verarbeitung (z.B. Schnaps) anschließend wieder verwenden
Durch das Wasserbad bleiben sie frisch und könnten auch als Tierfutter
verwendet werden. Wichtig ist aber, dass die Würmer „elendlich ersaufen“.
Weitere Möglichkeiten zur Lagerung oder Konservierung können Sie im Internet
unter
www.kastanien.it nachlesen.


Anschließend wünschen wir allen Kastanienbäuerinnen und -bauern eine reiche
Ernte und einen guten Erlös, denn auch die Wirtschaftlichkeit ist
ausschlaggebend für den Erhalt dieser einmaligen Kultur.
Preisempfehlung der „Vinschger Keschtn“


Wenn man die Möglichkeit hat, die Kastanien zu sortieren, könnte man die ganz
Großen (50 - 60 Kastanien pro kg) um 5,00 – 6,00 € pro kg, die Mittleren (über
32 mm Durchmesser und 60 - 80 Kastanien pro kg) um 4,50 – 5,00 € pro kg und
die nächste Größe (von 32 bis 28 mm Durchmesser und über 80 Kastanien je kg)
um 3,50 – 4,00 € pro kg verkaufen.


Kastaniensäcke
Kastaniensäcke sind bei der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft erhältlich.


Gollimarkt im Mals
Am Samstag, 15. Oktober 2011 findet der traditionelle Gollimarkt in Mals statt.
Der Vinschgauer Kastanienverein wird mit einem Kastanienstand vertreten sein.
Wer seine Kastanien dort verkaufen will ist recht herzlich eingeladen.


Kastaniengallwespe
Auch heuer konnten wieder, Dank der zuständigen Landesämtern der Abteilung
Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Universität Turin, in vier
ausgewählten Standorten 600 Nützlinge der Art „Torymus sinensis“ zur
Bekämpfung der Kastaniengallwespe freigelassen werden. Es bestehen gute
Aussichten, langfristig dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Hier gilt ein besonderer Dank Dr. Helmuth Scartezzini und Dr. Konrad Mair.


Kastanienlehrfahrt in die Garfagnana (Toskana)
Der Kastanienverein „Keschtnriggl“ aus dem Burggrafenamt organisiert von 9.
bis 11. November 2011 eine Lehrfahrt in die Garfagnana (Toskana).
Preis ca. 260 Euro. Wer Interesse hat, kann sich auf unserer Internetseite
(
www.kastanien.it) informieren.


Schlanders, 26.09.2011
Mit freundlichen Grüßen
Der Obmann
Kofler

  Zu 4.)

Einladung zu einer Lehrfahrt nach
Castione di Brentonico zum Kastanienfest

(zwischen Gardasee und Rovereto)
am Samstag, 22. Oktober 2011

Abfahrt: 07.00 Uhr in Kortsch (Kirche)
Zusteigmöglichkeit: an jeder Bushaltestelle Richtung Meran (Kastelbell ca. 07.15
Uhr, Naturns ca. 07.30 Uhr)

Programm:
· gegen 9.30 Uhr Ankunft in Castione di Brentonico
· von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr geführte Kastanienhainbesichtigung mit Fulvio
Viesi
· Mittagessen im Festzelt
· nach dem Mittagessen Besichtigung der Marktstände
· um 15.30 Uhr Fahrt nach Mori (ca. 15 Min.) zur Besichtigung der dortigen
neuen Weinkellerei mit Weinverkostung
· gegen 18.00 Uhr Heimfahrt (Ankunft gegen 20.00 Uhr)


Den Bus zahlt der Verein. Für das Mittagessen, Führung, Weinverkostung, usw. wird ein
Beitrag von 30,00 Euro im Bus eingesammelt.


Wir bitten um telefonische Anmeldung innerhalb Montag, 17. Oktober 2011 im Forstinspektorat Schlanders, Tel. 0473/736120 zu den Bürozeiten. Sollte es jemandem nach
erfolgter Anmeldung nicht mehr möglich sein, mitzufahren, bitten wir, dies umgehend zu melden. Begrenzte Teilnehmerzahl!


Mit freundlichen Grüßen
Der Obmann
Kofler

   zu 5.) Rundschreiben Nr. 4     2011
Herbst Rundschreiben
:
Die neue Ernte steht bevor, wir wollen mit ein paar Tipps behilflich sein.

Erntebesprechung:


Am:   Sonntag den 02.10.2010 

 Um: 10.00 Uhr bei Laimer Johann in Burgstall


Gezeigt wird:  die Ernte mit Netzen  am Boden im steilen Gelände, die Ernte mit dem Laubgebläse. Außerdem wird über die Sortierung und die richtige Lagerung  informiert.  Anschließend ist jeder zu einem Glas Wein und einer Marende eingeladen. (Unkostenbeitrag € 10,00)


Preisorientierung :
1. Bis 55 Stück                             =         €.-  5,00
2. Von 55 Stück bis 80 Stück      =        €.-  4,00
3. Von 80 Stück bis 100 Stück    =        €.-  3,00
Das sind Richtpreise,  für  GUT SORTIERTE  und  EINWANDFREIE Kastanien.


Kastaniensäcke:
Bekommt man bei der „ Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft“ für 5,00kg und 10kg.

Kastanientage:  Tisens-Völlan- Lana 2010:
Am Samstag den  22.10.2010 um 10.00 Uhr bis  18.00 Uhr   hat  der Kastanienverein   Keschtnriggl   zusammen mit den   Freien Weinbauern,  den Bäuerinnen,  dem Imker Markus Kienzl, dem Konditor Markus Winkler,  den Förstern Infostand,   am  Rathausplatz  in  Lana   den Treffpunkt. 

Vinschgauer Kastanienverein:
Dank unserer Kollegen aus dem Vinschgau gibt es wieder die Schilder mit dem Verbot des Kastanien-aufhebens. Wer daran Interesse hat kann sich gerne bei uns melden. Auch möchten wir  wieder darauf hinweisen, dass es eine Internet Adresse von unseren Vereinen gibt die Adresse lautet   www. kastanien.it .

 

 Die Lehrfahrt  2011:
Auch dieses Jahr macht der Kastanienverein wieder eine Lehrfahrt.  Heuer geht es in die Toskana, Garfaniana

Kastanien werden hier getrocknet und danach gemahlen.

Es geht am:

Mittwoch, 09.11. Donnerstag, 10.11 und Freitag, 11.11.2009 statt
Sie führt uns in die Garfaniana  wo wir  für 3 Tage einiges über die  Kastanienprodukte, Kastaniensorten, Kastanienmehl und wir werden  Kulinarisch sicher wieder gut versorgt.


Abfahrt:    09.11.2009   Lana  um 06.00  Uhr                                                                                                                                                    

 Bozensüd Autobahnausfahrt 05.20 Uhr                        (Busunternehmen Domanegg)   

  Rückfahrt: 11.11.2009  Ankunft Lana ca. 22.00 Uhr

 Der Kastanienverein Keschtnriggl übernimmt einen Teil der Kosten, sodass der Unkostenbeitrag pro Person insgesamt bei 260,00 Euro liegt. Gerne können auch Familienangehörige mitfahren. Wir bitten Sie den Betrag bis zum 21.10.2009  auf  folgendes Konto der Raiffeisenkasse zu überweisen:
Kastanienverein Keschtnriggl
BBAN: S08115 58711 000081100352
IBAN: IT98S0811558711000081100352
SWIFT: RZSBIT21614 SWIFT to: RZSBIT2B
Ihre Anmeldung, mit Angabe an welcher Haltestelle Sie zusteigen, senden Sie bitte ebenfalls bis 21.11.2008 an Hanspeter Reiterer.
Fax: 0473/554798, E-Mail:
info@katzenthalerhof.com oder Tel.: 0473/562181     
Mit freundlichen Grüßen                  Tisens, der 20.09.

zu 6.)

Einladung zu einem Kastanienveredelungskurs


Am Samstag, 7. Mai 2011 um 14.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz vor Sportbar in Schlanders
Ort: Veredelt wird im Kastanienhain „Vogelsang“ in Schlanders.

Der Kastanienbauer Laimer Hans aus Burgstall hat sich bereiterklärt, uns praktische Tipps zur Veredelung von Kastanienbäumen zu geben.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Danach getaner Arbeit ladet der Kastanienbauer ( Gögele Max) zu einer  kleinen Marende ein.

Mit freundlichen Grüßen
Der Obmann


Kofler Paul

 

 

zu 7.)    Bericht:

10 Jahre "Vinschgauer Kastanienverein"

Bis auf dem letzten Platz war der Raiffeisensaal in Kastelbell bei der letzten Vollversammlung des „Vinschgauer Kastanienvereins“  am 25. Februar 2011 gefüllt.


Am 9. März 2001 wurde im Vereinssaal von Galsaun der Vinschgauer Kastanienverein gegründet und wer die letzten zehn Jahre zurückschaut, kann viele Anregungen und Erfolge für unsere Kastanienkultur im Vinschgau beobachten. Weiters kann  gesagt werden, daß unser Verein inzwischen Schule gemacht hat und auch im Meraner Raum vor fünf Jahren und im Eisacktal dieser Tage  ein Kastanienverein gegründet wurde bzw. wird.


Obmann Kofler Paul begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder aufs herzlichste und ging in seinem Bericht über das abgelaufene Kastanienjahr und das kommende ein. Er berichtete über die einzelnen Tätigkeiten, wie Veredelung im Frühjahr, Baumschnitt,  das jährliche Pflanzen zahlreicher Jungbäume und des weiteren Kampfes gegen die Kastaniengallwespe, die sich inzwischen auch in Schlanders ausgebreitet hat. Und er hofft,  daß mit Hilfe des Landesamtes für Obst- und Weinbau der Hautflügler Torymus chinensis  als Gegenspieler der Kastaniengallwespe erfolgreich angesiedelt werden kann. Durch die starken Niederschläge im August und September letzten Jahres war eine gute Erntemenge    mit schönen Fruchtgrößen geerntet worden, die dann aber den Markt überschwemmte und einen schleppenden Absatz mit oft absolut ungenügenden Erlösen bescherte. Er forderte die Mitglieder auf, ihre Kastanien mittels Wasserbad zu behandeln, damit man sie länger  gelagert werden können und deshalb später in den Verkauf gelangen, damit der Preis auf einen Niveau von 4 bis 5 Euro gehalten werden kann und gleichzeit die Qualität verbessert werden kann. 


Das Hauptreferat hielt dann Hans Laimer aus Burgstall, der sich  über die richtige Ernte, Lagerung und Verkauf auseinandersetzte und uns dabei viele Möglichkeiten aufzeigte. Bei der Ernte sei es wichtig alle Kastanien aufzusuchen und dies in fast täglichem Rhythmus, um einen Pilzbefall der Kastanien vorzubeugen. Gemähte und steinfreie Oberflächen  begünstigen eine effiziente Ernte. Nach der Ernte sollten die Kastanien auf jedem Fall in ein kaltes Wasserbad, kleine Mengen in Wimmsteigen, größere auch in Großkisten gegeben werden und sie je nach Bedarf bis zu 10 Tagen dort zu belassen. Teilweiser Wasserwechsel ist sicher vom Vorteil. Wenn sie die ganze Zeit im Wasser bleiben, fangen sie eine Gärung an. Dabei wird der Pilze verfügbare Zucker in Milchsäure umgewandelt und die Kastanien können dadurch bis zu 4 mal solange halten, das heißt, dass eine Lagerung bis Weihnachten ohne Qualitätseinbußen möglich ist. Damit wäre eine Verlängerung der Verkaufssaison und eine Verbesserung der Preise gesichert. Nur durch eine gute Qualität sind  die Kunden zufrieden und  kommen auch später wieder, um weitere Kastanien zu kaufen.
 Zahlreiche Fragen zu diesem Thema zeigten das Interesse der Mitglieder und das Bemühen sich mit diesem Thema auch bei der nächsten Kastanienernte intensiver zu befassen und es in der Praxis anzuwenden.


Nach einigen Bildern über die letzte Lehrfahrt,  gingen wir zum gemütlichen Teil über und diskutierten bei einem Glas Wein  auch über die letzten 10 Jahre des Vinschgauer Kastanienvereins.

 

 zu 8.)1. Rundschreiben Februar 2011

1. Mitgliedsbeitrag
Diesem Rundschreiben liegt auch ein Einzahlungsschein für den Mitgliedsbeitrag 2011 bei. Der Beitrag beläuft sich auf 10 Euro. Der Ausschuß des Vinschgauer Kastanienvereins bittet um die Bezahlung des Mitgliedsbeitrags, damit auch im Laufe dieses Jahres wieder verschiedene Veranstaltungen und Informationsblätter rund um den „Vinschgauer Kastanienanbau“ gemacht werden können. Vielen Dank im Voraus!


2. Vollversammlung am Freitag, 25. Februar 2011 

 

3. Edelreiserschnitt und Veredelung
In der kalten Jahreszeit, wenn die Bäume noch in ihrer Winterruhe sind, ist es zeit, die Edelreiser für die Veredelung zu schneiden. Günstiger Termin wäre nach dem Vollmond (also  Anfangs Februar oder  Anfangs März). Der Kastanienverein wird auch Edelreiser schneiden und sie den Mitgliedern zur Verfügung stellen.
Lagerung der Edelreiser: Edelreiser in einen schwarzen Nylonsack,  in einen feuchten Papiersack  oder in einen feuchten Stoff einwickeln,  verschließen und in einer Kühlzelle bis zum Veredeln lagern. Wer selbst keine Kühlzelle zur Verfügung hat, kann sie auch in der Kühlzelle der Forst im Eyrser Obstmagazin abgeben. Gut leserlich beschriften.
Auch heuer werden wir wieder einen Veredelungsfachmann fragen,  um den interessierten Kastanienbauern die Veredelungsarbeit  zu machen oder zu zeigen. Termin wird noch bekannt gegeben. (Vor Vollmond,  Vollmond  18. April oder 17. Mai)

4. Kastaniengallwespe
Auch im Vinschgau, in Schlanders ist nun der erste Fall der Kastaniengallwespe aufgetretten und man konnte schon im Herbst den angerichteten Schaden beobachten. Alles sehr kleine Kastanien konnten von den befallenen Bäumen nur mehr geerntet werden. Wenn dieser Schädling nicht gestoppt wird, sind in nächster Zeit sicher größere Ernteausfälle zu erwarten. Wir hoffen, daß vielleicht schon heuer der Hautflüglers Torymus chinensis  als effektiver Gegenspieler in den Befallslagen eingebracht werden kann.
In Aicha bei Brixen, wo ein größerer Befall vorhanden ist, wurde ein Projekt der Universität von Turin zur Verbreitung des Gegenspielers der Kastaniengallwespe umgesetzt und im letzten Sommer ausgesetzt. Erste Versuche im oberitalienischen Raum zeigen positive Ergebnisse.


5. Jungbäume
Heuer werden die Jungbäume der Forstbehörde erst nach dem Austrieb, wahrscheinlich im Juni/Juli, um einen eventuellen Befall der Kastaniengallwespe auszuschließen,  ausgeteilt. Die Bäume können bei den  örtlichen Förstern bestellt werden. Es sind reichlich Bäume vorhanden. Öffentliche Einrichtungen wie Gemeinden und Fraktionen werden Kastanienbäume vom Land  unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

6. Saubermachen im Kastanienhain
Nicht nur in den Obstanlagen sollte man einmal im Jahr Reisig und Laub aufmulchen, ebenso auch in den Kastanienhainen.  Sträucher  und Wurzel- oder Stammausschläge sind abzuschneiden. Wo man mit einem Mulchgerät nicht hinkommt, können das Laub und Sträucher auch kompostiert oder auch verbrannt werden. Beim Verbrennen muß vorher jedoch dem örtlichen Förster und Feuerwehrkomandanten und unter der Notrufnummer 115  Bescheid gesagt werden. (Auf Waldbrandgefahr achten!)


7. Baumschnitt
Auch heuer kommen wieder die Baumschneider. Wer Kastanienbäume zu schneiden hat, kann dies beim zuständigen Förster melden. Der Preis für den Bauer beträgt 5 Euro pro Baum, den Rest von 60 Euro übernimmt das Amt für Obst und Weinbau.
 
8. Neuer Forstinspektor
Seit 1. Dezember 2010 haben wir in Schlanders einen neuen Forstinspektor. Es ist Mario Pröll und kommt aus dem Fleimstal. Wir wünschen ihm viel Glück und Engagement auf seinen neuen Arbeitsplatz und auf eine gute Zusammenarbeit.


9. Rundschreiben als Email erhalten.
Wer die technischen Möglichkeiten hat, kann das Rundschreiben und sonstige Einladungen als Email zu erhalten. Uns würde uns damit viel Arbeit und auch Kosten erspart werden. Wer dies wünscht, soll an unser Büro (
forstinspektorat.schlanders@provinz.bz.it ) eine Email schicken und den Wunsch äußern. Damit wird  an die betreffenden Mitglieder nur mehr elektronisch die Post verschickt und keine Briefe mehr. Wir bitten dieses Angebot zu benützen.


     
10.  Internetseite
Der Vinschgauer Kastanienverein unterhält mit dem Kastanienverein „Keschtnriggl“ aus Tisens eine Internetseite, wo auch jederzeit unsere Rundschreiben, Fachwissen und Neuigkeiten über den Kastanienanbau nachgelesen werden können.
www.kastanien.it

Bilder und Texte zu den Lehrfahrten können auf unserer Internetseite  www.kastanien.it unter „Rund um die Kastanie“ unter „Lehrfahrten“ nachgeschaut und nachgelesen werden.

Der Obmann – Kofler Paul

            

9.) Bericht:

Kastanienlehrfahrt in die Schweiz

Vom   9. bis zum 11. November 2010 veranstaltete der Kastanienverein „Keschtnriggl“ aus dem Burggrafenamt eine Lehrfahrt in die Schweiz nach Küssnacht, zum Vierwaldstätter See.
Eingeladen wurden wir von der  Schweizer Kastanieninteressengemeinschaft „Pro Kastanie Zentralschweiz“, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde und seither den Anbau der Kastanie wieder beleben möchte. Diese Interessengemeinschaft hat bis jetzt 80 Mitglieder, gibt jährlich die „Cheschtene Zytig“ heraus und betreibt eine Internetseite (
www.kastanien.net) .

 
Josef Wäldis                          Hanspeter Rust - Buda genannt

 Früher, so der Präsident   Josef  Wäldis, gab es in der Zentralschweiz  an die 3000 ha Kastanienhaine besonders an den Südhängen, die dann aber während der kleinen Eiszeit, besonders aber in der zweiten Hälfte, von Mitte 17. bis 19 Jhd.  derart darunter litten, daß bis heute nur noch spärliche Reste der einstigen Kastanienkultur erhalten sind. Die verbliebenen Kastanienbäume wurden von Waldbäumen überwuchert und so mußten erst die restlichen Altbestände mühsam erhoben und bis jetzt wurden 14 Projekte zur Revitalisierung dieser Haine gestartet und finanziell vom „ Verbundprojekt Kastanie Zentralschweiz“ abgesichert. Dies soll natürlich nur der erste Schritt sein, und es ist zu hoffen, dass es gelingen möge,  dass  weitere folgen. Sortenerhebung (bis jetzt ca. 20 Sorten) und neues Pflanzmaterial  sind auch nicht zu vergessen.

Kastanienprojekt "Rufiberg Sommerweid"
Am ersten Tag besuchten wir nachmittags das Kastanienprojekt  „Rufiberg Sommerweid“. Auf einer Fläche von ca. 1 ha sind von 7 Altbäume und es wurde noch ca. 50 Bäume nachgepflanzt.

Auf dem Rufiberg mit Bewirtschafter Paul Inderbitzin (rechts)


Danach besuchten wir noch den Baumschuler  Anton Sidler, der uns seine kleine Baumschule mit Kastanienbäumchen zeigte.

Bauer und Baumschuler Anton Sidler mit den veredelten Kastanienbäumen


Nach dem Abendessen gab es eine kleine Überraschung.  Der Schweizer Jodlerchor Weggis, wo auch unser Gastgeber, Herr Josef Wäldis mitsingt, gab uns einige Lieder zum Besten.

Jodlerchor Weggis


Am nächsten Tag besuchten wir  Vormittag den „Zimmeriwald“  mit dem Förster Matthias Tanner in Luzern/Adlingenwil, wo wir einen  Hang mit etwas Altbestand vorfanden, der mit einigen Neupflanzungen aufgestockt wurde. Weiters wurde weiter oben ein Kastanienhain neu angelegt.

Förster Matthias Tanner (mit blauer Jacke) und Altbestand mit Neupflanzungen


Im Gasthaus zum Löwen in Rickenbach konnten wir  einheimische Küche genießen (Züricher Rösti ). Am Nachmittag machten wir einen Abstecher nach Luzern, wo wir die Stadt besichtigen konnten.

In Luzern mit Brücke und Wasserturm, Marronibrater sind hier überall zu finden.


Auch das „Raclett“ mit Schweizer Käse durfte natürlich nicht fehlen und so konnten wir am Abend auch diesen Genuss erleben.  Auch einen Film über den jährlich stattfindenden Nikolausumzug in Küssnacht mit einer kleinen Bescherung ließ uns schon einen Hauch der herannahenden Weihnachtszeit spüren.


Am letzten Tag vormittags besuchten wir wohl  das größte noch vorhandene Kastanienhain, die „Chesteneweid“ in Weggis. Dabei handelt  es sich um einen  4,8 ha großem alten Kastanienhain mit Beweidung mit  ca. 90 Altbäume und noch mal die gleiche Zahl an Neupflanzungen.

Chesteneweid (Weggis), Projektleiter Andreas Rudow (links) u. Josef Wäldis (rechts)


Reich an Erlebten und Gesehenen traten wir den Heimweg an und wir sind voll des Lobes über die Schweizer Gastfreundlichkeit. Besonders Hanspeter Rust, den alle Buda nennen und der Josef Wäldis waren immer mit Schweizer Pünktlichkeit bestrebt, uns ein gute Zeit hier bei ihnen zu organisieren, vielen Dank.

Auf der Heimfahrt kehrten wir noch bei  der Schwarzen Madonna von Einsiedeln (im Bild) ein, um ihren Segen zu erbitten und danken für die schöne Reise und das nette Miteinander.

 

Zu 10.)  Kastanienlehrfahrt in die Val Sugana

Wie jedes Jahr, so veranstaltete der „Vinschgauer Kastanienverein“ auch heuer wieder eine Lehrfahrt für seine Mitglieder. Die Fahrt ging heuer ins Val Sugana nach Roncegno und nach Torcegno, um die dortige Kastanienvereinigung zu besuchen und einiges über den dortigen Kastanienanbau zu erfahren.

Obmann Kofler Paul mit der Kastanienvereinigung von Roncegno mit Beniamino Froner ganz rechts.

Am Samstag, 11. September 2010 war es so weit. Nach der Fahrt trafen wir gegen 9.00 Uhr in Roncegno ein und wurden vom dortigen Präsidenten der Kastanienvereinigung Beniamino Froner herzlich empfangen und gleich zu einen „Halbmittag“ mit Kastanienspezialitäten und regionalen Produkten eingeladen. Besonders in Öl gebackene Kastanienbällchen und die Kastanientorte bekamen besonderes Lob.

 Logo des dortigen Kastanienvereins

Danach ging es weiter nach Torcegno, wo uns Beniamino durch die dortigen Kastanienhaine führte und uns über die Geschichte und den momentanen Stand der Kastanie uns informierte. Jahrhunderte alte Baumriesen spendeten uns an diesen wunderbaren Spätsommertag Schatten und gaben dem Ganzen eine tolle Atmosphäre.

Mittag wurde im nahegelegenen Gasthaus „Negritella“ gegessen, wo uns der Hausherr und Koch zu einen reichlichen Menü einlud.

Nach dem Essen fuhren wir weiter in das „Val di Sella“ im Süden von Borgo um die Arte Sella zu besuchen. In diesem Seitental der Val Sugana auf ca. 1500 Höhenmetern wurden verschiedene Kunstobjekte entlang eines Forstweges zur „Malga“ angelegt, die man unterwegsbesichtigen konnte und sich inspirieren lassen konnte.

Einige Kunstobjekte der "Sellarte"

Voll neuen Eindrücken brachen wir gegen Abend die Heimreise an, wo sich noch jeder bei einer gemütlichen „Houngart“ im Bus den Tag ausklingen lassen konnte.

 

 

 zu 11.)  Rundschreiben Herbst  03/10

 

Törggelen in Südtirol

Mit dem Herbst verbinden viele Einheimische und Gäste einen beliebten Brauch, der sich bis heute erhalten hat und sich bei Jung und Alt, Erntearbeitern sowie auch Gästen großer Beliebtheit erfreut: das Törggelen. Die herbstlichen Wanderungen führen hin zu Buschenschänken und Bauernhöfen und enden dort in geselliger Runde, bei neuem Wein, Kraut mit Schweinernem und Hauswürsten sowie gebratenen Kastanien.

Zurückzuführen ist der Begriff „Torggl“ auf die große Traubenpresse und die Erntehelfer nannte man die „Torggler“. Diese wurden zu Martini (11. November) für ihre Dienste in der Erntezeit entlohnt. An diesem Tag wurde auch gleichzeitig das Ende der Erntezeit gefeiert und dazu gab es reichlich zu Essen und zu Trinken. Der Bauer lud zur „Torggl“, um den neuen Wein zu verkosten.

Pfanne und Riggl

Die Bearbeitung und Lagerung der Kastanie nach der Ernte

Die Kastanien sollten nach der Ernte so schnell wie möglich behandelt werden, um die Veränderungsprozesse wie Fermentation und Austrocknung zu vermeiden. Alle Behandlungen nach der Ernte sollen das Ziel haben, den Nährwert der Früchte möglichst lange zu halten und geschmackliche Veränderungen zu verhindern. Zu diesem Zweck wird der Stoffwechsel der


Kastanie mittels Wasserbad reduziert. Sie tritt in eine Art Ruhestand und durch Luftentzug bildet sich konservierungsfördernde Milchsäure, welche den Pilzen als verwertbarer Zucker dient. Man verhindert dadurch das Aufkommen von Schimmelpilzen und erhöht die Haltbarkeit um das 3 bis 4-fache einer normalen Lagerung ohne Wasserbad. Durch das Wasserbad wird auch eine größere Ausbeute essbarer Früchte möglich.

Das kalte Wasserbad:

Dabei werden die Kastanien 5 bis 9 Tage ins Wasserbad gegeben. Das Wasser sollte gewechselt werden oder leicht fließend sein, damit die Kastanien nicht einen Tanningeschmack bekommen. Dazu können auch Großkisten ohne Löcher oder ähnliches verwendet werden.

Vorteile:

• Die Früchte werden länger haltbar gemacht (3 bis 4 mal so lange).

• Man kann die schlechten Früchte oben wegschöpfen, auch viele wurmige schwimmen oben auf.

• Das Fruchtfleisch wird kompakter und konsistenter und das Gewicht wird durch Austrocknen nicht verminder

• Bessere Schälbarkeit der Früchte.

 Es werden die meisten Schädlinge abgetötet (Kastanienwickler).

Nachteile:

  •  Die Kastanien können bis zum Trocknen nicht verkauft werden.
  •  Es sind eigene Gerätschaften notwendig.
  •  Danach müssen dieKastanien wieder getrocknet werden.
  •  Sie können ihren schönen Glanz verlieren

 Kaltwasserbad der Kastanien

Danach folgt das Trocknen der Früchte bis auf einen natürlichen Wassergehalt von ca. 54 bis 57%. Dabei werden die Kastanien in luftigen Räumen in gelöcherten Plastikkistchen gelagert und alle 1 bis 2 Tagen umgeschüttet.

 

Trocknen der Kastanien nach dem Wasserbad

 

Weitere Möglichkeiten zur Lagerung oder Konservierung können Sie im Internet unter www.kastanien.it nachlesen.

 

Kastaniensortiermaschine:

 

Die Kastaniensortiermaschine gibt es bei der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft und kostet ca. 1500 Euro.

 

Kastaniensortiermaschine

Kastaniensäcke:

Diese sind auch bei der„Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft“ erhältlich.

Preisempfehlung der „Vinschger Keschtn“

Wenn man die Möglichkeit hat, die Kastanien zu sortieren, könnte man die ganz Großen ( 50 – 60 Kastanien je kg) um 5 – 6 € pro kg, dieGroßen (über 32 mm Durchmesser der Sortiergitter und 70 bis 80 Kastanien je kg) um 4,5 - 5 € pro kg und die nächste Größe (von 32 bis 28 mm der Sortiergitter und 90 Kastanien je kg) um3,5 – 4 € pro kg verkaufen.

 

Kastanienlehrfahrt in die Schweiz

Der Kastanienverein „Keschtnriggl veranstaltet vom 9. bis zum 11. November 2010 eine Lehrfahrt in die Schweiz. Wer interessiert ist, kann sich auf unserer Internetseite informieren.

Schlanders, 21.09.2010

 

zu 12.)

 Von Laimer Hans

PRAKTISCHE TIPPS BEIM VEREDELN VON KASTANIENBÄUMEN

Wieso wird veredelt?

Bereits im 15. und 16. Jahrhundert wurden Tisens und Völlan für seine köstlichen        „Pelzköschtn“ bekannt. Früher war man der Meinung, dass man auch durch das Pflanzen von sogenannten Wipfelköschtn (große Kastanien von Wildbäumen im Gipfelbereich) gute Qualitätskastanien gewinnen kann. Das stimmt nur zum Teil. Es können zwar großfrüchtige Sorten entstehen, es handelt sich aber immer nur um Wildlinge, die in Qualität und Geschmack selten mit Veredelten vergleichbar sind. Grundsätzlich sollten nur Marroni (Gelbe) veredelt werden, um die beste Qualität zu erzielen. Diese stellen jedoch höhere Ansprüche an Boden, Bewässerung und Klima, und sind deshalb nicht für alle Lagen geeignet.


Wann und wie wird veredelt?  

Die beste Zeit zum Veredeln ist von Anfang April bis Mitte Mai. Okulieren und Chippen kann man auch im August. Vielfach wird behauptet, dass der Mond eine große Rolle spielt. Wichtiger erscheinen aber die Qualität der Edelreiser und die Witterung. Zu starke Hitze und Wind führen zu einem schnellen Austrocknen des Edelreises. Als geeignete Methoden haben sich die Kopulation, das Chippen und das Okulieren erwiesen. Die Unterlage sollte bei diesen  Veredlungsvarianten nicht älter als ein Jahr sein. Durch das dünne Holz wird die Angriffsfläche für den Kastanienrindenkrebs so gering wie möglich gehalten zudem verheilt die Wunde schneller. Weitere Veredelungsarten sind das Röhrln und der Geißfuss. Durch richtige und anhaltende Pflege sind auch hier gute Erfolge möglich.


Auf was ist beim Veredeln zu achten?

Größter Aufmerksamkeit bedarf die Lagerung der Edelreiser. Diese sollten in der Vegetationsruhe von Mitte Januar bis Ende Februar geschnitten werden.
Die angeblichen (bekannten) Schwierigkeiten beim Kastanienveredeln sind zum größten Teil (meistens) auf die falsche Lagerung der Edelreiser zurückzuführen
Früher wurden diese meistens im Keller in feuchtem Sand aufbewahrt, wo sie trotz allem teils vertrockneten. Bei der richtigen Lagerung in einer Kühlzelle mit hoher Luftfeuchtigkeit (nicht gemeinsam mit Äpfeln!) kann man durchaus mit einer Anwachsrate von 70 bis 80% rechnen. Beim Veredeln sollte auf eine saubere Schnittführung geachtet werden. Anschließend muss die Stelle verbunden und mit einem Wachs versiegelt werden. Sollten mehrere Veredelungen durchgeführt werden, ist es von Vorteil, öfters die Schnittwerkzeuge mit Alkohol zu desinfizieren um das Übertragen von Rindenkrebs zu verhindern.


Ausschläge aus Wurzelstöcken eignen sich besonders gut, um schnell große Kastanienbäume zu bekommen.

Auf was ist nach dem Veredeln zu beachten? 

Nach vier Wochen wird das Band um die Veredelungsstelle entfernt. Die neuen Triebe müssen sobald als möglich an einem Bambusstab befestigt werden, um sie vor Windbruch zu schützen. Konkurrenztriebe unterhalb der Veredelungsstelle müssen fortlaufend entfernt werden.
Die Veredelung selbst macht nur einen kleinen Teil des Erfolges aus. Wichtiger ist die Pflege in den darauf folgenden zwei bis drei Jahren.
Wie es so schön heißt “mit Pflanzen muss man sprechen“. Dieser Satz hat sicherlich seine Berechtigung. Gemeint ist natürlich nicht das Sprechen sondern eine sorgfältige Beobachtung und Pflege. Diese bewirkt wahre Wunder.

Wo kann man das Veredeln lernen?  

Seit dem Bestehen des Kastanienvereins Keschtnriggl werden im Frühjahr oder  Sommer Veredelungskurse angeboten, so  wie auch heuer wieder (siehe Einladung). Mehrere positive Beispiele der letzten Jahre zeigen, dass es sich lohnt “selbst“ zu veredeln.
Durch den persönlichen Erfolg entsteht wieder mehr Freude zum Kastanienanbau.

Laimer Johann
Kastanienverein Keschtnriggl 

 


 

 

Zu 13.)

Veredeln mit Spätsommer bringt Vorteile!

Äuglen oder auch Chippen genannt, kann man das ganze Jahr und ist vielleicht in hinblick auf den Kastanienrindenkrebs besser, weil eine kleinere Wunde dabei entsteht.

Im Spätsommer ist die Zeit für diese einfache Veredelungsform optimal.

Mit dem Veredelungsmesser wird ein "Auge" herausgeschnitten.

Das "Auge wird auf dem zu veredelden Wildling eingesetzt.

Danach mit einen durchsichtigen, dünnen Plastikband festgebunden. Nach 2 bis 3 Wochen ist das "Auge" so weit angewachsen, daß das Plastikband entfernt werden kann.

Im Frühjahr wird dann der 1jährige Trieb auf dieses Auge zurückgeschnitten, damit aus diesem "Auge" die neue Baumfortsetzung kräftig wachsen kann.